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werbeagenturen werden wohl nie so mächtig wie in dem o.g. buch von
Frederik Pohl/Cyril B. Kornbluth von 1952; zu der zeit war das internet
und die damit einhergehenden gesellschaftlichen machtverschiebungen aber
auch noch nicht absehbar. die rolle von werbung hat sich immer verändert
und wird sich auch weiter verändern, aber ihr einflussbereich wird sich
eher reduzieren anstatt vergrößern. warum? wissen wird freier,
konsumenten werden informierter, und ihre ansprüche an unternehmen
steigen. konsumenten machen ihre kaufentscheidungen nicht immer von
ihren überzeugungen abhängig, das stimmt schon, sehr wohl aber vom image
eines unternehmens oder produkts - und das lässt sich heutzutage in
rekordzeit demontieren ...
die gute seite der medaille: unternehmen und marken haben heute mehr
denn je die chance, durch positives verhalten eine treue und stabile
fangemeinde aufzubauen; während wohlverhalten im hintergrund früher für
konsumenten kaum sichtbar war, lässt es sich heute auf vielen kanälen
aktiv kommunizieren. ordentliches benehmen wird zum wettbewerbsfaktor,
und die möglichkeiten des transportierens über socialmedia sind so
vielfältig dass sie bisher niemand richtig versteht (auch uwe nicht).
also schießen socialmedia-dienstleister und -agenturen wie pilze aus dem
verregneten "sommer"boden, die sich mit mehr oder weniger kreativen
ansätzen zur gewinnung möglichst vieler fans überbieten. dumm nur, dass
solchen werbern und ihren kunden ein folgenschwerer fehler unterläuft:
immer weniger konsumenten akzeptieren es, wenn zwischen ihnen und der
marke oder dem unternehmen ein filter eingeschaltet wird. dialog in
socialmedia bedeutet nämlich nicht, dass fans und kunden mit agenturen
reden wollen - die stören im zweifel nur. gefragt ist vielmehr
authentizität, also ein möglichst direkter kontakt. je glaubwürdiger der
ausfällt, desto weniger anfällig ist eine marke oder ein unternehmen für
schäden am image, auch wenn noch so haarsträubende fehler passieren ...
zugeben und verbessern ist trumpf. wir sind alle nur menschen, auch
unternehmer. nicht ohne grund spricht man von der
"markenpersönlichkeit", und die muss sogar ecken und kanten haben um
glaubwürdig zu sein (rolando baron sei gegrüßt).
unternehmen werden also neben ihrem kerngeschäft automatisch auch zu
content-produzenten, und agenturen sind ihre transporteure, nicht mehr
und nicht weniger. auf keinen fall dürfen agenturen sich in die inhalte
einmischen, denn das wird perspektivisch immer häufiger als unehrlich
verstanden. warum? auch deshalb weil es immer mehr gegenbeispiele gibt,
die das sogenannte psychische bezugssystem verschieben. erstes semester
wirtschaftspsychologie: wenn alle unternehmen ihre kommunikation und
inhalte von werbeagenturen steuern lassen, gilt das als normal, und die
konsumenten rechen damit. scheren aber unternehmen aus und machen vor,
wie wirklich direkte und authentische kommunikation im netz und auch
anderswo aussehen kann, sehen die "normalen" plötzlich gar nicht mehr so
gut aus ...
die gute nachricht: agenturen werden auch in zukunft, gerade mit immer
komplexeren technischen zusammenhängen und immer stärker fragmentierten
ziel"gruppen", gebraucht werden. nur weil ein unternehmen botschaften
und inhalte hat, kann es sie noch lange nicht fachgerecht an den mann
und die frau bringen. das "wie" ist und bleibt agentur-aufgabe, das
"was" wird aber nur noch aus den unternehmen glaubwürdig möglich sein -
und wer sich gar nicht benimmt, also seine kunden und partner nach allen
regeln der werbe-kunst hinters licht führt, wird langfristig verlieren.
nutzen sie also ihre chance und machen es besser: kommunizieren sie so
wie sie es selbst von menschlichen unternehmen erwarten würden. nicht
mehr und nicht weniger; so gewinnen sie nicht nur kunden, sondern fans.
begrüßen wir diese entwicklung? ja, und wir arbeiten auch massiv darauf
hin. wollen wir damit nicht auch nur wettbewerbsvorteile am markt
erzielen? nein, wir wollen den markt ändern.
wenn ihre kunden oder die kunden ihrer kunden also mal aufbegehren und
mehr transparenz verlangen, wenn ihre agentur mehr content-transporteur
als -generator werden muss um am markt zu bestehen, dann haben wir daran
hoffentlich einen kleinen anteil. gern geschehen :-)
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