>
KLEINLOGISTIK
••Mittwoch•, den 29. •April• 2009 um 14:54 Uhr•

Wie kommen 40 Kisten Premium Halbliter nach Berlin? Kleinlogistik nach Premium-Art.

 

Wenn man mit Uwe Lübbermann zusammenwohnt, kommt man nicht darum herum, fair behandelt zu werden. Dann kann es passieren, dass man auf die Frage "Ich fahre nach Berlin! kann ich irgendetwas mitnehmen?" die Antwort bekommt, dass da eigentlich 40 Kisten 0,5 l Premium-Cola nach Berlin zu bringen wären. Die stünden aber in Hamburg und Hamburg sei nicht Lüneburg und der Umweg nicht zu rechtfertigen. Dann braucht es schon einige Überzeugungskraft, um die Kisten dann doch transportieren zu können. In meinem Fall die Möglichkeit, einen Termin am Abend wahrzunehmen, der gleich 150 Meter von der Hamburger Abholstelle entfernt liegt. Der Vorteil liegt auf der Hand: Ich bin gleich morgens vor Ort, muß nicht wegen Genusses anderer Getränke meinen Wagen stehen lassen, sondern campe ganz einfach in meinem Bus.

Gesagt, getan. Wundervoller Abend mit Buskollegen und der guten "Zube, die sich die Mühe gemacht hat, andere Biersorten aus der Umgebung von Urban anzuschleppen, um Variationen zu haben. Alle lecker, aber für Hefe, Dunkel etc. nach Premium-Art braucht es noch etws mehr, als nur das Produkt. 

Also, Treffen beenden, Auto entern und erstmal gemütlich ein Thai Green Curry und einen Weißwein in der Bordküche klarmachen. Danach noch schnell die eMails checken (Wer hat da bloss sein WLAN ungesichert gelassen?  ;-) )  und ab in die Transporter-Heia.

Gegen 1:00 nachts wundere ich mich, was da draußen auf dem Hof noch so los ist und steige aus. Etliche LKW kommen und gehen noch um diese Zeit und ich denke reflexartig an die Lenkzeiten der Brausekutscher. Egal, Nachtmahl und Weißwein tun ihr übriges für eine gewisse Bettschwere und da der Wecker auf 7:00 steht, wird es Zeit, von 400 Litern koffeinhaltigem Getränk zuträumen. 

7:00 h, das Telefon schreit mich mit einem Motorsägen-Weckton an. Hervorragend ausgeruht, mache ich mich an die Zubereitung eines Kaffees und freue mich über die ungläubigen Blicke der vorbeieilenden Bürokräfte reiferen Alters.

7:30 Pünktlich in der "Expedition". Mein Lieblingsmitarbeiter ist vor Ort und telefoniert hinter "Sinalco Apfelschorle" her. Hmmm, muß ich ja nicht trinken. Als er mich dann bemerkt, und die Frage nach dem Grund meines Erscheinens hinreichend beantwortet ist, geht das übliche Lieferscheingesuche los. Den bekomme ich dann tatsächlich ausgehändigt (Hr Klinkert, Premium Haustrunk steht drauf), setzte meine 3 Kreuze darunter und bitte um Bereitstellung der Palette an der Seitenwand des Gebäudes, da ich den Kistenblock einzeln in den Bulli wuppen muss. 

8:00 Der Gabelstapler rollt an mit einem großen Block schwarzer, vertrauter Kisten und setzt sie an noch geeigneterer Stellle ab. Dort überfährt mich wenigstens kein Sattelschlepper. 



Einladen und ab vom Hof.





Leider ist im Block eine Flasche kaputt und leer. Das hat dazu geführt, dass die umgebenden Flaschen leichten "Spak" an den Etiketten und auf den Flaschen aufweisen (ist nicht wild, sagt der Empfänger am Telefon. Darauf sei man eingestellt)

 


Die A24 nach Berlin ist zum Glück leer. Keine weiteren Vorkommnisse. Zwischendurch hänge ich noch locker einen Coca-Cola-Truck mit meinem Premium-Express ab (was der wohl so an Diesel verbrennt?).

 




Erst ab Zielnäherung "Charlotttenburg" wird es spannend. Es wird überall gebaut und wenn man sich nicht auskennt, sind die Abfahrten schnell verpasst. Diesmal nicht, denn mein Telefon navigiert auch. Elegant ignoriere ich die Umweltzone, da der Empfänger nur 2 km innerhalb der UZ liegt. Dort angekomen haut mich der erste Eindruck um. Ich habe schon viele Biere gesehen in diesem Leben, aber dieser Laden besteht nur aus Bierflaschen! Aus allen Ecken der Republik und dem Rest der Welt. Es sollen so um die 600 Sorten sein.

 


Aber der Laden ist klein und so bittet man mich freundlich, die Kisten am Lager abzuliefern. Kein Problem. Das geht immer. Ab zum Lager, wo der Lagerleiter (ist er das ?) seine Kisten hin und her schiebt. Kurze Abstimmung mit Uwe und dem Laden dann liegt auch schon die nackte Palette neben meinem Wagen. Ich staple die 40 Kisten darauf, mit einer Kondition, wie ein Schlammspringer in der Mittagssonne. Hier in Berlin sind nämlich breits 20°C und meine Erkältung macht sich bemerkbar. 

 





Mit der kopfschütttelnd und "Handschlag" raunend beantworteten Frage, ob ich eine Unterschrift brauche, verlasse ich mit kurzem Hupen den Hof. Man winkt mir tatsächlich nach. Ob das bei jedem Lieferanten so ist? 

40 Kisten heil an's Ziel gebracht. Wieder etwas gelernt, Leute gesehen und CO2 gespart. So muß das.

 

 

•Zuletzt aktualisiert am ••Montag•, den 21. •Dezember• 2009 um 15:37 Uhr••